Eine Tasse Kaffee – und eine Lebenseinstellung

Ein Minimalist mit einem scharfen Blick für Details. Ein bekanntes Gesicht in der Kaffeeszene Kopenhagens. Patrik Rolf brüht nicht nur Kaffee – er brüht einen Lebensstil.

Direkt im Herzen Kopenhagens befindet sich der April Store. Ein Kaffeeerlebnis, das in Kopenhagen verwurzelt ist, mit dem Anspruch, den Kaffeegeschmack zurückzuerobern und den Maßstab für Qualität zu setzen – das traditionelle Café-Konzept in einem Fine-Dining-Umfeld.

Außerhalb der Stadt befindet sich das Herzstück des Unternehmens, ihre Kaffeerösterei. Dort arbeiten sie mit direkt bezogenem Kaffee von einer Handvoll der besten Bauern der Welt.

Ein kleines Unternehmen mit großen Ambitionen, globaler Reichweite und tiefen lokalen Wurzeln. Im Mittelpunkt all dessen steht Patrik Rolf: Silbermedaillengewinner beim World Brewers Cup, Finalist bei der World Barista Championship – einer der wenigen, die in beiden Wettbewerben die Spitze erreicht haben.

Doch hinter den beeindruckenden Titeln verbirgt sich ein bescheidener Geist mit einer klaren Mission: etwas Sinnvolles, Geschmackvolles und Schönes zu schaffen. Vorzugsweise gemeinsam mit anderen.

Faktenkasten:
Vollständiger Name: Patrik Rolf. Funktion/Titel: Alter: 35. Gründer & CEO von April Coffee Roasters, Röstmeister. Stadt: Kopenhagen. Land: Dänemark

Kopenhagen im Blut, Filterkaffee in der Hand

Warum Kopenhagen? „Es ist die Stadt, die mich in den letzten Jahren am meisten inspiriert hat“, sagt er. „Hier sind Qualität, Ästhetik und Innovation keine Optionen – sie sind der Standard. Und es ist die Heimat einiger der besten Essens- und Trinkerlebnisse der Welt. Ich glaube, dass deine Umgebung dich prägt – als Person und als Marke.“ Für Patrik begann alles mit Neugier, entwickelte sich aber schnell zu einem tiefen Respekt für Kaffee als Handwerk.

„Heutzutage schmecke ich eine Tomate mit der gleichen Aufmerksamkeit und Neugier wie einen kenianischen Kaffee. Das hat alles verändert.“ Seine Lieblingstasse? „Ein Filterkaffee im Atelier September direkt nach dem Öffnen, bevor die Menschenmassen kommen. Es geht um Rhythmus, Präsenz und Ruhe.“

Ehrliche Ästhetik

Hier kommt Stelton ins Spiel. „Ich habe meine EM77 Isolierkanne seit Jahren in meiner Küche. Sie ist eine Ikone. Einfach, zuverlässig. Das ist gutes Design.“ Patrik nennt es „ehrliche Ästhetik“ – wenn Form und Funktion zusammenkommen, um ein Gefühl von Frieden zu erzeugen.

Und was ist mit Aprils Verpackung? „Alle unsere Verpackungen werden in Zusammenarbeit mit unserem guten Freund und Teammitglied Max Duchardt entworfen.

Patriks Traumprodukt? „Ein Stelton x April Brewer. „Du weißt, ich habe die Idee Stelton schon vor Jahren vorgestellt. Sie dachten wahrscheinlich, ich wäre etwas zu schnell, und die Zusammenarbeit kam nicht zustande – aber es hat etwas ausgelöst. Heute stellen wir Brewer aus allem her, von mundgeblasenem Glas bis hin zu buntem Kunststoff. Also, danke für das ‚Nein‘ – es hat die Dinge wirklich in Gang gebracht.“

„Die Orte, an denen wir unsere Zeit verbringen, bestimmen den Rhythmus unseres Lebens. Ein gut gestalteter Raum kann selbst eine einfache Tasse Kaffee zu etwas Besonderem machen.“

- Patrik Rolf

Rituale, Nostalgie und ein Hauch von Bowie

Auch Weltmeister haben mal schlechte Tage. „Ich hatte kürzlich in einer Tankstelle in Schweden einen Becher Kaffee. Bitter. Zu heiß. Aber unglaublich nostalgisch. Er erinnerte mich daran, warum ich angefangen habe.“ Wenn der April einen Klang hätte? „,Sound and Vision‘ von David Bowie. Überraschend, experimentell – aber mit einer klaren Absicht.“

Und sein liebstes Morgenritual ohne Kaffee? „Eine kalte Dusche. Besser als Koffein. Und ich schreibe einen Satz in mein Notizbuch. Nur einen. Es erdet mich.“

Für Patrik geht es beim Design nicht nur um Objekte – es geht um Raum. „Die Orte, an denen wir Zeit verbringen, bestimmen den Rhythmus unseres Lebens. Ein gut komponierter Raum kann selbst eine einfache Tasse Kaffee zu etwas Unvergesslichem machen.“

Ein Ort, der einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat? „Louisiana (Museum für moderne Kunst, nördlich von Kopenhagen). Die Art, wie sich das Gebäude in die Natur einfügt – so sollte es sein. Ruhig. Respektvoll. Erhaben.“

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